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Konzerte

vorm Tunnel schlafen oder verkehrsfunk könnte wichtiger sein als ich dachte

Ende des Konzertes, nassgeschwitzt, glücklich, aber müde entschlossen wir noch schnell ein shirt und eine LP zu kaufen und uns dann schnellstens auf den Weg nach hause zu machen. Schließlich war es bereits 01:00 Uhr, es lagen noch mind. 2 Stunden Fahrt vor uns und ich musste nächsten Tag arbeiten. Endlich um kurz vor drei das erlösende Schild „Wesertunnel“. Gleich waren wir zu hause. Doch dann Schock. Scheisse. Gilt das Schild für heute? Wesertunnel von 22:00 Uhr bis 05:00 Uhr gesperrt. Wir fuhren erstmal hin und standen vor heruntergelassen Schranken. Mist. Fähren fuhren nicht mehr. Nun blieb uns entweder der Weg zurück nach Bremen und von dort aus dann nach Hause oder aber warten. Beides würde ca. 2 Stunden dauern. Und da M. schon fast vorm Steuer einschlief fiel die Entscheidung leicht. Schlafen wir halt 2 Stunden im Auto. M. schnarchte nach ca. 5 Minuten. Und ich? Ich war wach. Wer bitte schön musste nächsten Tag pünktlich auf der Arbeit sein? Ich. Toll. Es wurde langsam hell, die Sterne verflüchtigten sich. Endlich 5 Uhr. Aber durch den Tunnel nach Hause. Um halb sechs im bett. Um sieben wieder aufstehen. Warum passiert so was immer uns? Und ja.. ich weiß. Meine ma sagte mir das auch noch mal eindringlich. Verkehrsfunk ist wichtig.
25.5.07 09:02


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Mädchenpogo

Oh man, wie ich das hasse. Klar kann ich die Leute verstehen, die sagen „pogo auf Konzerten ist doch scheisse, ich will die Musik geniessen“. Aber zu einem Punkkonzert gehört Pogo wie tzaziki auf den döner (und auch da scheiden sich die Geister). Das ist doch Punkrock, baby. Aber da mach ich keinen Unterschied. Bitume sind Punkrock. Und Punk und seit neuestem wohl auch ein bischen pop. Mag ich nicht, will ich nicht. Aber einige Lieder sind trotzdem toll. Zurück zum Konzert. Erster song, ab in die Menge. Halt, Doppelknoten nicht vergessen.
Feststellen, dass ein Mädel mit Flip-Flops (die eigentlich Schlack-Schlack heissen müssten) in dem Elite-Pogo-Kreis steht. Ängstlich schaut sie. Tja Pech gehabt. Natürlich wird aufgepasst. Auf sich und auf andere. Jeder hilft jedem. Selbstverstädnlich. Aber Mädels, tut mir und den Jungs den Gefallen und bleibt aussen stehen, wenn ihr das nicht abkönnt. Plötzliches rumgejaule. Ein Mädel ist umgefallen. An sich kein Problem. Aber wegen blauer Flecke weinen? „reiss dich zusammen“ zische ich. Große Augen ihrerseits. Ich bin vielleicht kein Kerl von 1,80 und breiter statur, aber ich maße mir an zu behaupten, dass ich weiß wie man pogo betreibt. Und neben einem Mädels mit Flip-Flops, vor und hinter einem kleine süße mit zwei zöpfchen und Handtaschen. Sorry, aber das ist einfach nervenaufreibend. Und noch schlimmer die dazugehörigen Freunde, die diesen Mädels vorher nicht sagen was auf sie zukommt, und sie mit ihrem armen zu beschützen versuchen. Erklär deiner Kleinen doch einfach mal, dass man sich auf Punkkonzerten nicht in die dritte Reihe stellt.
9.5.07 14:05


Teil 3 Festival Mailand - "und wo schlafen wir heute?"

„guten morgen“ ich blinzelte. Das tor war auf. und „ach du scheisse – was ist hier denn los“
Familien mit kindern liefen zum badetag an den see. Hunde wurden spazieren geführt. Wir wurden ausgiebig beäugt und beschnüffelt. Aber wir sahen ja auch aus wie die letzten penner. Da mitten auf der strasse. Mit unseren klamotten. Aber wir können wenigstens sagen, dass wir die allerersten festivalbesucher dieses jahr waren.
Schnell weg hier. Ab an den see. Ab heute abend werden wir ja zelten.
Genau. und erstmal bier holen. Den gefährlichen weg über die autobahn mal wieder in kauf nehmend, gingen m. und ich bier holen. S. blieb bei den klamotten. Wieder da erfuhren wir folgendes „no camping this year. Camping is for free, but not here“
Darauf erstmal schnell n bier. Ein paar kroaten angequatscht. Und mit denen nach möglichkeiten zum zelten gesucht. Fündig wurden wir auf einem asphaltparkplatz der entlang der strasse lag. Dort zelteten auch bereits ein paar. „camping is for free, bot not here and you have pay 15 euros“ achso. Nützte aber ja nichts. 15 euro für eine parkbucht. Und wehe, der hering eines der zelte steckte neben der markierung. Aber passte. Und somit konnte ich doch auch meine eigenes zelt aufbauen.
Mit den kroaten den rest des abends verbracht. Gelacht. Und mit englisch, händen und füßen, ein bischen deutsch und ein wenig kroatisch verständigt. Klappte auch ganz gut. Dass m. seit ner dreiviertel stunde weg war bereitete uns kaum sorgen. S. unterhielt sich prächtig. Ihm fehlten nur n paar mädels. Diese kamen im schlepptau von m. „die sind deutsch, da hab ich die einfach mal mitgebracht“ zwei weitere männliche deutsche kamen auch noch mit. Unsere runde wurde immer größer. Wir liefen noch mal alle zur kneipe (bis auf die beiden mädels, die wirklich nervig waren... „gehen wir zu zweit zum klo?“ „ist es noch weit“ „oh, jetzt sind meine schuhe dreckig“). Auf dem weg dorthin trafen wir eine der holländerinnen vom gestrigen abend. Bzw. wir sahen sie einfach. In der hocke, pissend auf dem bürgersteig. Sehr schön. Es gab wieder sambuca, diesmal stürzte m. ab und ich brachte ihn zurück zum zeltplatz. Übrigens bringt einem eine kaputte isomatte überhaupt nichts auf reinem asphalt. Ausser rückenschmerzen natürlich.
Weitere romantische szenen des abends könnt ihr unter „sternengucker“ lesen.
14.9.06 14:39


Teil 2 Festival Mailand "Auf der bordsteinkante nachts um halb eins"

Teil 2 – Festival Mailand
„ auf der bordsteinkante nachts um halb eins“

Schlag vorm kopf. Hitze. 33 Grad, kein wind. Wir stiegen aus dem flugzeug. Die frisur sitzt. Die von M. und S. zumindest. Ich hatte meine mütze auf. die wunderkerzen, die ich im rucksack von S. versteckte, wurden auch gleich gefunden. Nicht von ihm. Sondern von der Kontrolle. Brandbeschleuniger. Wir mussten alle antreten und uns aufklären lassen. Wir drei kleine grundschüler standen wir in einer reihe. „ab in die ecke und schämt euch“ fehlte eigentlich nur noch.
Die deutschen sind Gewohnheitstiere. Gerade deshalb stiegen wir wie im letzten jahr in die gleichen busse. Uns war wohl bewusst, dass wir dadurch wieder touren doppelt machten. Aber die faulheit siegte. Neue buslinien ausfindig zu machen war uns eindeutig zu anstrengend. Ein mc donalds-essen (italien, wer isst denn da auch nudeln oder pizza?!) und 3 stunden später ankunft flughafen linate. Die geistesblitze, dass wir den flughafen ja letztes mal im rücken vom festival hatten, hätten wir lieber ausblenden sollen. Das resultat daraus war nämlich, dass wir anfingen die strecke zum idro scalo laufen zu wollen. 4 kilometer später erste versuche uns zu verständigen. Klappte. Nur leider ging die meinung der italiener in richtung, wir müssen zum flughafen linate und von dort aus den linienbus nehmen. Achso. 4 km wieder zurück. Aber das ist ja das abenteuer was wir wollten. Haha.
Endlich am Park angekommen wunderten wir uns doch über die ruhe der italiener. Die erste bühne stand. Die zweite noch nicht. es sind ja auch nur noch anderthalb tage. Nur drei einsame gestalten liefen übers gelände und telefonierten hier und da. Die werden schon wissen was sie tun. Erstmal schwimmen gehen. Dann gepäck in ein paar büsche befördert. Gedanken darüber, wo wir schlafen würden, machten wir uns nicht. es war schon 23:00 uhr und die kneipen die wir hofften in 3,4 km zu finden waren wichtiger.
Mulmig wurde mir in der unterführung. Draussen dunkel. Die unterführung erleuchtet. Ich fühlte mich in irreversible versetzt. Genauso. Und nicht anders sah diese unterführung aus.
M. schaute mich an. Schien das gleiche zu denken und sagte nur „mädel, weiter, nicht nachdenken“ Alles klar, danke schön.
Erste station. „we want beer“ unser englisch nicht toll. Deren englisch katastrophal. Bier bekamen wir trotzdem. Wir sassen gemütlich im vorraum der kneipe. Licht geht aus. Wir schauten uns an. Ein mann ging an uns vorbei und schloss ein rolltor. Ähm.. hallo? Nicht nur irreversible sondern irgendwie auch hostel-mässig. Wir kletterten übers rolltor und traten die flucht an. Nächste kneipe, nächstes bier. Erster versuch eine toilette zu benutzen. Sie erklärte mir wild gestikulieren, dass eben jene im garten sei. Ich suchte und wurde auch fündig. Im stockdunkeln, zwischen büschen und neben einer alten garage. Mulmiges gefühl. Aber ich überlebte den angriff der killerspinnen und wich den von mir hinter den bäumen vermuteten wilden männern aus.
Nächste station war ein trailer-park. Bereits 10 m davor stank es nach pisse. Ein großes gelbes dreieck-schild mit einem schwarzen ausrufezeichen warnte uns. Ignoriert und rein. Kurz vor ende wurden unsere schritte schneller. Wild schimpfend ein paar jugendliche. 5 männer gegen zwei. Ich zählte als frau ja eh nicht so wirklich.
Nächste kneipe. Bier. Und sambuca. Für 2,40. oha. Egal. n kurzer muss sein. Dass dort kaffebohnen reingehören, konnten wir auch noch erklären. Bekamen wir auch. Wir waren irgendwie die stars dort. Von leuten umringt bekamen wir unseren sambuca. Ein cola-glas voll für jeden. Ich schluckte. Erst trocken, dann den sambuca. Dann war bei mir ende. Lichter gingen aus. Zumindest glaubte ich das. Ich kotzte zwischen zwei parkende autos. Stolz bin ich nicht darauf. Aber was raus muss, muss raus. dann sass ich auf der bordsteinkante. nachts um halb eins. und wartete. darauf, dass m mich an die hand nahm und wir losgingen. Vom weg nach hause (vor allem, nach hause...) weiß ich nichts mehr. Vorm tor des jetzt abgeschlossenen parks kam meine erinnerung wieder und ratlosigkeit machte sich breit. Auf der strasse schlafen. Nützt ja nichts. Isomatten ausgerollt, schlafsack ausgepackt und gute nacht.
14.9.06 12:36


Teil 1 Festival Mailand - "Irgendwas ist ja immer"

Ich sitze im Bus. Meine beiden Freunde vorne, ich auf dem rücksitz. Der eine fährt. Recht ruhig noch. Es ist ja auch erst elf uhr morgens. Wir befinden uns auf dem Weg zum Flughafen. Ich bin von der letzten nacht immer noch betrunken. Eindeutig zuviel Astra. M. hat sich eine seiner pronobrillen aufgesetzt. Steht ihm, muss ich ja zugeben. Er hat noch vier andere mit. In einer plastikdose. Als ersatz (er befindet sich ja gerne vorne in der pit – und zwar mit sonnenbrille, vorzugsweise auch oft mit handy in der tasche – selber schuld). Rise against-shirt, schwarz. Dunkle kurze hose. Braune chucks. Und n tunnel im ohr?! Seit wann das denn? Er grinste. Und er sah gut aus. Zugegeben. Nach fünf minuten drüber nachdenken schüttelte ich mit dem kopf und schimpfte in gedanken mit mir selber. Es ist vorbei. Hallo?! Und ich habs beendet. Also bitte. Zurück zur vernunft.
Erster halt nach 500m. Tankstelle. Bier?! Bier? Bier. Muss ja. Festivalzeit und ausserdem ist es doch ganz schön, noch einmal vor abflug vernünftiges bier zu trinken.
M. setzt sich zu mir nach hinten. Wir sitzen gegenüber. Lachen viel (was ne gute voraussetzung ist, in anbetracht dessen, dass ich hier gerade mit meinem ex-freund sitze und vorhabe mit ihm nach mailand zu fliegen). Ich fand Wunderkerzen unter dem sitz und beschloss dieses mitzunehmen. Da ich an meine tasche nich rankam, begaben sich die wunderkerzen kurzerhand die tasche vom S.. Der kriegte vorne eh nicht viel mit. Musik war zu laut. Nach zwei weiteren stopps an autobahnraststätten, die alleine mir und meinen zigaretten zu verdanken sind, hält uns der dritte stopp dann endgültig auf. Bully kaputt. Ein paar km vorm flughafen in hannover. Und nu? Die gelben engel. Es wäre aber wohl besser, wenn diese wirklich fliegen könnten. Denn wir warteten und warteten. Stornierten den auftrag und nahmen uns ein taxi. Dank der wirklich rasanten fahrt der fahrerin kamen wir auch pünktlich an. Das letzte bier noch in der hand, stiessen wir erstmal darauf an, dass uns ja jetzt nichts mehr passieren könnte. Am check-in mussten wir noch beteuern, dass wir auch wirklich nicht betrunken sind: „Sie wissen aber schon, dass Sie betrunken nicht ins flugzeug steigen dürfen?!“ (musternder Blick). Ich hatte wohl den Frauen-Bonus, denn ich hatte eindeutig den meisten alkohol im blut. Aber m. und s. waren eher das angriffsziel des Herren vom bodenpersonal.
Im flugzeug ging der Stress dann los. Zittern, weinen, hände brechen. Als wir über die schweiz flogen, hatte ich mich wieder beruhigt. Vorfreude. Und wir waren uns einig, dass jetzt alles toll werden würde. „irgendwas ist ja immer“ – hat sich ja jetzt schon vor abflug bewiesen. Aber Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die regel...
14.9.06 12:32


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